Arbeiten im Homeoffice will gelernt sein

Für viele der scheinbare Traum, für andere in Realität eher das genaue Gegenteil! Homeoffice kann super sein, aber nur wenn gewusst wie!
Lesezeit: 4 Minuten
Kategorie: How To's

Für viele ein Traum: Bequem arbeiten von zu Hause

Der Alltag in etlichen Berufsfeldern findet quasi ausschließlich im Büro statt. Ein Schreibtisch, ein Computer und ein Internetanschluss: Fertig ist der moderne Arbeitsplatz. Dass sich ein solches Umfeld auch daheim problemlos umsetzen lässt, liegt auf der Hand. Und seien wir ehrlich: In der Regel kannst Du die selbe Arbeit ebenso gut direkt in den eigenen vier Wänden erledigen.

Trotz zahlreicher Vorteile, setzen in Deutschland bisher aber nur wenige Unternehmen auf das Homeoffice. Im besten Fall arbeiten von zu Hause aus nur Mitarbeiter, die z. B. aus gesundheitlichen oder familiären Gründen für eine Zeit lang nicht im Büro erscheinen können. Stellt sich für den Vorgesetzten die Frage: "Arbeiten im Homeoffice oder gar nicht arbeiten?", wird diese Alternative meist doch ganz gerne in Anspruch genommen.

Plötzlich aktuell: Arbeiten im Homeoffice in Zeiten von Corona

Die Verbreitung des Corona-Virus hat die Welt auf den Kopf gestellt. Auch und gerade in Betrieben, in denen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf vergleichsweise engem Raum zusammenkommen, ergeben sich dadurch gravierende Einschnitte, die möglicherweise über einen langen Zeitraum die Betriebsabläufe grundlegend verändern. Ein Glück, dass im Homeoffice Tätigkeiten meist ebenso gut erledigt werden können wie in den Räumlichkeiten des Unternehmens.

Wo immer möglich, sind die Mitarbeiter deshalb längst von der Anwesenheitspflicht befreit. Auf diese Weise schlagen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum Einen dient die Arbeit von zu Hause dem Schutz der eigenen Gesundheit sowie und vermindert die Ausbreitung von Covid 19. Zum Anderen kann sich der Arbeitgeber so vor einer Krankheitswelle unter den eigenen Beschäftigten und dem damit verbundenen Einbruch hinsichtlich der Produktivität schützen. Wer als Angestellter Angst vor einer Infektion hat und noch nicht ins Homeoffice versetzt worden ist, sollte das Thema bei seinem Vorgesetzten ansprechen. Zwar besteht nach der aktuellen rechtlichen Lage kein Anspruch darauf. Auch aus Eigeninteresse überlassen viele Arbeitgeber diese Entscheidung jedoch inzwischen jedem einzelnen Mitarbeiter.

Homeoffice auf Anweisung

Du bist eigentlich froh, mal aus dem Haus zu kommen und findest den Schreibtischstuhl der Firma ohnehin viel komfortabler als die heimische Couch? Dann ist das Arbeiten von zu Hause aus wahrscheinlich nicht das Richtige für Dich. Wer an den Alltag im Büro gewöhnt ist und dort vielleicht sogar enge Freundschaften pflegt, wird mit dem Arbeiten im Homeoffice tatsächlich kaum glücklich werden. Denn in den eigenen vier Wänden ist man oft mit ganz eigenen Herausforderungen konfrontiert.

Homeoffice auf Anweisung

Das Umfeld bietet hier zu viel Ablenkung, um viele Stunden am Stück konzentriert zu bleiben. Falls Du Dich fragst, ob Dein Chef Dir überhaupt vorschreiben kann, von nun an im Homeoffice Deinen Tätigkeiten nachzugehen, können wir Dich beruhigen. Eine einseitige Anordnung darf der Arbeitgeber in dieser Hinsicht nämlich nicht erteilen. Nur wenn beide Parteien zustimmen, ist der Wechsel rechtlich in Ordnung. Weigerst Du Dich, kann Dein Vorgesetzter Dich allerdings von Deiner Pflicht entbinden und für eine Zeit lang von der Arbeit freistellen - bei fortlaufender Bezahlung.

Ausnahmen

Dieses grundsätzliche Recht auf einen adäquaten Arbeitsplatz kann unter besonderen Umständen allerdings außer Kraft gesetzt werden. Erlässt die Bundesregierung z. B. wegen der Corona-Pandemie Auflagen an Unternehmen, so umfassend wie möglich auf Telearbeit umzustellen, fällt das in den Bereich der Fürsorgepflicht und muss akzeptiert werden. Eine Verweigerung wäre in diesem Sonderfall also sinnlos.

Eine Wahl hast Du als Angestellter dabei nicht und musst die vertraglich vereinbarten Stunden wohl oder übel in Deiner privaten Quarantänestation leisten. Dass nun Dein Wohnzimmer zum Arbeitsplatz umfunktioniert wird, bedeutet aber nicht, dass Dein Chef jederzeit zur Tür rein platzen und Dein "Büro" inspizieren darf.

Prokrastination vs. Selbstdisziplin

Für viele Selbstständige ist das Arbeiten im Homeoffice eher die Regel als die Ausnahme. Sie kennen die Probleme, die das mit sich bringen kann ziemlich gut. Wer damit hingegen noch keine Erfahrungen gemacht hat, wird schnell bemerken, wie schwer das sein kann. An Stelle des kargen und reizarmen Interieurs des Büros, hat man es daheim ja hoffentlich etwas gemütlicher. "Schön", denkst Du Dir? Die Vermischung von Arbeit und Privatem hat leider so seine Tücken, wenn es darum geht, produktiv zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass einem hier niemand auf die Finger schaut.

Selbstdisziplin und Prokrastination

Darum bedarf es schon einer gehörigen Portion Selbstdisziplin, um für die Arbeit, die man normalerweise während seiner Schicht erledigt, nicht plötzlich doppelt so viele Stunden zu benötigen. Prokrastination lässt grüßen. Mit ein wenig Übung und den folgenden Tipps meisterst Du aber auch diese - vielleicht schwerste - Hürde.

Produktiv arbeiten: so klappts

Das Arbeitsumfeld

Kreatives Chaos mag für manch künstlerische Tätigkeit von Nutzen sein, für Deine Homeoffice Tätigkeiten ist es das höchstwahrscheinlich nicht. Eine gute Gelegenheit also, um mal wieder Ordnung zu schaffen und zumindest Deinem Schreibtisch und dem Drumherum eine Struktur zu geben. Entferne am besten alle Dinge, die Du nicht für die Arbeit selbst benötigst. Das fördert die Konzentration auf das Wesentliche.

Sauberer Arbeitsplatz

Feste Zeiten

Ein großer Vorteil bei der Arbeit von zu Hause aus ist die freiere Zeiteinteilung. Abgesehen von eventuellen telefonischen Terminen o. ä., spielt es oft keine Rolle, ob Du um Punkt 8:00 Uhr loslegst oder irgendwann zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr aus dem Bett rollst. Wer von dieser Freiheit allerdings zu oft Gebrauch macht, wird wahrscheinlich Probleme haben, seine übliche Leistung zu bringen. Für sich selber feste Zeiten zu bestimmen, in denen man arbeitet, bringt Struktur in den Tag und verhindert, dass man seine Aufgaben zu sehr schleifen lässt.

Klare Trennung

Feste Arbeitszeiten bringen nur dann etwas, wenn man während dieser Stunden das Private außen vor lässt. Ohne die Aufsicht des Chefs oder pflichtbewusster Kolleginnen und Kollegen, wird aus der Partie Solitär sonst schnell eine mehrstündige Punktejagd. Die zahlreichen Ablenkung verheißenden Verlockungen sind pures Gift für die eigene Produktivität. Schnell mal in den sozialen Medien vorbeigeschaut, einen interessanten Artikel angeklickt, mit der Mama telefoniert: Schon sind wieder zwei Stunden vorbei.

Darum gilt: Eine klare Trennung von Arbeit und Privatem ist beim Arbeiten im Homeoffice das A und O. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Wer im Büro einen Nine-to-five-Job hat, muss zu Hause nicht noch um elf Uhr Abends E-Mails beantworten oder mit der Zentrale des Geschäftspartners im Ausland telefonieren.

Pausen nicht vergessen

Unterbrechungen zum Zwecke der Erholung sind in den eigenen vier Wänden genauso wichtig wie am Arbeitsplatz der Firma. Aus lauter Übereifer seine acht Stunden am Stück herunterzureißen, ist deshalb keine gute Idee. Ein früherer Feierabend mag zwar verlockend sein. Für die Leistungsfähigkeit und Deine Gesundheit, solltest Du nach ein paar Stunden trotzdem eine Pause einbauen.

Jeder muss irgendwann essen und den Kopf frei bekommen. Da Dein eigenes Bett nicht fern ist, empfiehlt sich sogar ein kurzer power nap. Was in Ländern wie Japan schon seit Jahren zum Arbeitsalltag gehört, scheinen die meisten Unternehmen hierzulande noch nicht so recht zu billigen. Dabei ist längst erwiesen, dass ein kurzes Schläfchen während des Mittagstiefs wahre Wunder bewirkt. Achte nur darauf, dass die Ruhepause nicht länger als 10 bis 20 Minuten dauert. Ansonsten wirst Du danach eher gerädert als erholt an den Schreibtisch zurückkehren.

Nun das war unser Senf zum Thema Homeoffice, Arbeiten von zu Hause, Quarantäne Office oder wie wir es auch nennen mögen! Zusammenfassend ist zu sagen, es hört sich cool an, kann jedoch für den einen oder anderen eine ziemliche Herausforderung sein, denn Bett und Couch sind nicht weit!

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