Pexels brett jordan 5426400

Pinterest Marketing - echte Konkurrenz für Facebook und YouTube!

Pinterest ist als visuell orientiertes, soziales Netzwerk derzeit in aller Munde. Wir haben uns die Foto-Plattform genauer angesehen und berichten über deren Struktur sowie wesentliche Vor- und Nachteile.

Was ist Pinterest eigentlich?

Bei Pinterest handelt es sich um eine Online-Pinnwand für von Nutzern hinterlegte Grafiken und Fotografien. Zudem verfügt es über ein eigenes soziales Netzwerk, eine organisierte Community und einen Suchdienst auf visueller Basis.

Der Name ist eine Kombination aus den englischen Begriffen für "anheften" (to pin) und "Interesse" (interest). Damit wird auf die Grundidee von Pinterest angespielt, kreative oder nutzenstiftende Ideen auf Pinnwänden zu posten und damit anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Pinterest wurde im Jahr 2010 von dem heutigen CEO Ben Silbermann, Evan Sharp und Paul Sciarra gegründet und hat derzeit weltweit etwa 250 Millionen Mitglieder.

Der tiefere Sinn dahinter..

Der tiefere Sinn, sofern davon bei sozialen Medien überhaupt die Rede sein kann, besteht im Austausch nützlicher Informationen für Beruf, Hobby & Freizeit. Dabei kann es sich um Koch-, Veranstaltungs- oder Sightseeing-Tipps, Produktbewertungen, Reiseberichte oder auch Sinnsprüche handeln. Dabei sind der Phantasie der Nutzer keine Grenzen gesetzt.

Laut des Nachrichtendienstes von T-Online liegt Pinterest derzeit auf Platz 67 der am häufigsten aufgerufenen Webseiten weltweit, in Deutschland nimmt das Online-Portal sogar Platz 58 in der Rangliste ein.

Dabei stoßen Nutzer von Pinterest immer wieder auf aktuelle und interessante Inhalte, die für den einzelnen Betrachter individuellen Mehrwert aufweisen. Durch die gefesselte Aufmerksamkeit der Nutzer, wird deren Verweilzeit auf der betreffenden Pinnwand bzw. auf der Plattform spürbar erhöht. Da eine Timeline, also ein chronologisches Ordnungsprinzip fehlt, können Mitglieder interessante Inhalte durch Teilen immer wieder nach vorne pushen, sodass diese über einen längeren Zeitraum hinweg nicht in Vergessenheit geraten.

Wird die Nutzung strategisch und konzeptionell betrieben und das eigene Profil regelmäßig gepflegt, können neue Zielgruppen erschlossen werden. Zudem können Ranking und Reputation eigener Auftritte (idealerweise mit Verlinkung zur eigenen Webseite) bei Google & Co. verbessert werden, da Pinterest-Einträge häufig unter den ersten Treffern in den Ergebnislisten der Suchmaschinen zu finden sind.

Eben darauf baut das Pinterest Geschäftsmodell auf: kommerzielle Werbe-Tags, sogenannte Promoted Pins, werden angelegt und können von interessierten Unternehmen über ein Self-Service Advertisement-System gebucht werden. So können zuvor definierte Zielgruppen targetieren und Pinterest-Traffic generiert werden.

So funktioniert’s

Man kann sich einen Pin als eine Art Lesezeichen - vergleichbar mit den Bookmarks in Internet-Browsern - vorstellen, welcher dazu dient, relevante Inhalte rasch aufzufinden. Registrierte Mitglieder können auf Pinterest ganze Pinnwände mit Bildern und Videos füllen, die dann von anderen Nutzern geteilt und kommentiert werden können. Die so gesammelten Pins bilden die Basis für das Pinnen weiterer Inhalte, die dem Nutzer auf seiner Startseite angeboten werden. Die Nutzer-Homepage ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern orientiert sich am jeweils aktuellen Interessenprofil des Mitglieds.

Das Netzwerk kann in seinem "Nebenjob" als visuelle Suchmaschine auf einen Pool von mehr als 175 Milliarden Bildern, Videos, Textbeiträgen und sonstigen Daten zurückgreifen, die von Menschen auf der ganzen Welt hinterlegt wurden.

Hinzu kommt, dass mit dem Posten eines Videoclips oder eines Bildes in der Regel eine bestimmte Absicht verfolgt wird, bzw. das agierende Mitglied von einer konkreten Erwartungshaltung geleitet wird. Gerade das macht Pinterest hinsichtlich seiner sozialökonomische Funktion interessant.

Aus technologischer Sicht, bedient sich das Netzwerk überwiegend der Methoden des Machine Learning: also der implementierten Fähigkeit von Maschinen, Aufgaben einfacher bis durchschnittlicher Komplexität selbständig zu lösen und dabei Lernfortschritte zu entwickeln.

2018 überarbeitete Pinterest sein Funktions-Portfolio und führte zahlreiche neue Features, wie "Shop the Look" oder "Pinterest Lens" ein. Zudem wurden Funktionen für das vereinfachte Selektieren und Sortieren von Pins bzw. Pinnwänden implementiert.

Turbo-Boost für Marketing & Vertrieb: Pinterest-Ads

Durch die Reichweite und Popularität, die große Zahl der Mitglieder sowie die speziell auf werbetreibende Unternehmen zugeschnittenen Werbeformate, wird die Foto-Plattform für Marketing-Manager von Unternehmen immer attraktiver.

Darüberhinaus bietet Pinterest Tracking-Tools für Statistik und Reporting sowie spezielle Targeting-Optionen zum optimalen Anvisieren von Zielkunden an.

Dank Strategien zur Auswertung des Nutzerverhaltens sowie hinterlegter Nutzerinformationen, können werbende Unternehmen die jeweilige Zielgruppe exakt erfassen und auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingehen.

Die Werbeformate von Pinterest Ads

Derzeit bietet Pinterest vier verschiedene Werbeformate an, die für unterschiedliche Marketingziele besonders geeignet sind.

- Promoted App Pins

Dieses Format ermöglicht das rasche Auffinden und Downloaden von nützlichen Apps, ausgehend vom Dashboard der persönlichen Startseite. Dabei wird nicht zu einem externen App-Store weitergeleitet. So können eigene Apps wirksam und kostengünstig beworben werden.

- Das promoted Carousel

Sicherlich haben sich die Macher von Pinterest hier von Facebook inspirieren lassen. Werbetreibende können im Pinterest-Carousel Bilder in rotierender Abfolge als eine Art Dia-Show hinterlegen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, wodurch sich das Feature ideal für das Branding- oder Rebranding von Produktmarken eignet.

- Promoted Video Pins

Hierbei handelt es sich um Videoclips, in denen zu bewerbende Dienstleistungen oder Produkte in ansprechender und verkaufsfördernder Weise vorgestellt werden. Die Strategie eignet sich sowohl als Bestandteil von Branding-Kampagnen als auch für das Aktivieren von Kaufimpulsen.

- Promoted Pins

Dieses Konzept gleicht der Struktur nach einem herkömmlichen Pin, wobei der Tag als so genannter Promoted Pin gekennzeichnet und damit für spezielle Aufgaben vorgesehen ist. So können Unternehmen, die über ein gewerbliches Unternehmenskonto verfügen, Links vom Promoted Pin zur eigenen Website setzen. Ähnlich wie bei Bannerwerbung lässt sich dadurch beispielsweise die Bekanntheit einer Marke oder eines Unternehmens spürbar erhöhen. Zusätzlich wird jede Menge Pinterest-Traffic auf der Landingpage des Werbetreibenden generiert, was den Umsatzzahlen des Unternehmens sowie dessen Google-Ranking zugute kommt.

Pinterest ist ein ernstzunehmender Konkurrent

Zusammenfassend lässt sich eine Sache ganz klar festhalten: Pinterest ist keine Plattform für langweilige Kuchenfotos oder mittelmäßig gelungene Bastelprojekte. Vielmehr wird den Nutzern die Möglichkeit geboten, sich zu individuellen Interessen zu informieren und in einem kreativen Prozess Pinnwände zu erstellen.

Subjektive Ästhetik und Individualität stehen hier klar im Vordergrund.

Und auch für Unternehmen ist es lohnenswert, Pinterest bei ihren Social Media Recherchen und Kampagnen zu berücksichtigen. Durch eine intensive Analyse möglicher Zielgruppen, können passende Anzeigen geschaltet und zielführender, visueller Content erstellt werden.

Insgesamt zeigt sich also, dass Pinterest Größen wie Youtube oder facebook durchaus die Stirn bieten kann. Dabei bietet die Plattform in erster Linie individuellen Mehrwert für die Nutzer, der wiederum von Unternehmen erkannt und genutzt werden kann.